Bienenkrankheiten

Danny Jöckel
Heiligenstädter Weg 3

37213 Witzenhausen

Hobby-Imkerei

www.hessenimker.de

In diesem Kapitel möchte ich Ihnen die wichtigsten krankhaften Erscheinungen bei Bienenvölkern aufzeigen. Bitte beachten Sie allerdings, das eine sichere Feststellung von Krankheiten oftmals nicht möglich ist, da gewisse Anzeichen mehreren Krankheiten zugeordnet werden können oder durch andere gleichzeitig auftretende Erkrankungen/Folgeerkrankungen nicht eindeutig sind.

 

Routinekontrollen

 

Im Rahmen der normalen Arbeit mit den Bienenvölkern führt der Imker Routinekontrollen durch. Dabei sollte auf  Volksstärkenentwicklung, Auffälligkeiten am Brutnest (z.B. Lücken oder nicht geschlüpfte Zellen) oder Kotspritzer auf den Waben geachtet werden.
Fallen hier Unregelmäßigkeiten auf, dann steckt dahinter oftmals eine Bienenkrankheit, und somit sind nähere Untersuchen notwendig.

 

Suche nach speziellen Krankheitsanzeichen am Bienenstand

 

Als erstes erfolgt die Suche nach speziellen Anzeichen bei dem auffälligen Volk am Bienenstandort. Die Klinischen Symptome habe ich Ihnen zusammenfassend in den folgenden Zeilen aufgeführt. Bitte bedenken Sie, das dadurch allerdings nur eine erste Einschätzung möglich ist,  was die Art der Erkrankung angeht. Außerdem weise ich darauf hin das weitere Erkrankungen gibt. Die Tabelle gewährt keine Garantie auf Vollständigkeit. Eine konkrete Diagnose ist in der Regel nur durch Laboruntersuchungen möglich. Welche Proben in welchem Umfang unter welchen Bedingungen entnommen werden müssen, erfahren Sie bei Ihrem zuständigen Bienenseuchensachverständigen.
(bei Verdacht auf Erkrankungen in Ihren Völkern hier im Werra-Meissner-Kreis
,
können Sie gern zu  mir
Kontakt aufnehmen, da auch ich BSV bin)

Ausrüstung:

 

Streichhölzer - zum Öffnen von Zelldeckeln und Untersuchen von Schleim

Pinzette - zum Herausziehen von Larven und Puppen

 

Einweghandschuhe und Einwegüberschuhe -  Schutz vor Verschleppung der Erkrankung


Diagnosegitter, Gitterboden, Lupe - zur Suche von Schädlingen

 

 

Erkrankungen der erwachsenen Biene:

 

 

Telefon: 0 55 42 / 999 820
Handy: 0160 / 94 770 400

E-Mail: D.Joeckel@web.de

Erkrankungen der Brut und der erwachsenen Biene:

 

 

Nicht infektiöse Erkrankungen bzw. Vergiftungen der erwachsenen Biene:

 

 

Erkrankungen der Brut:

 

 

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Erkankung

Krankheitserscheinungen

Diagnose

Amerikanische (bösartige)Faulbrut
(Anzeigepflichtige Tierseuche)
Bakterien

A) Offene Brut: Maden gelblich, braun (Milchkaffeefarbe) Geruch nach Knochenleim

B) gedeckelte Brut: lückenhaft, Zelldeckel eingesunken, dunkler, löchrig oder rissig

Streichholzprobe: abgestorbene Maden bilden fadenziehende, milchkaffeefarbene  Masse. Später schwarze feste Kruste mit rauer Oberfläche in unterer Zellrinne. ( in dunklen Waben  und im Anfangsstadium schwer erkennbar)

 

Europäische (gutartige) Faulbrut

Bakterien

A) offene Brut: Maden zeigen hartes gelb, Ringelung undeutlich. Darm als weißer Strich sichtbar

B) gedeckelte Brut: lückenhaft, Deckel eingesunken, dunkler, löcherig oder  rissig wie bei Amerikanischer Faulbrut

1. Sauerbrut: graugelbe, sauer riechende Maden. Später gold– und dunkelbraun-breiig-schmierige Reste.

2. Stinkende Faulbrut: gelbe bis bräunliche Maden, zäh-schleimig, später braune, glänzende Schuppen

3. Übergangsformen zwischen 2 und 3

Streichholzprobe: abgestorbene Maden nicht fadenziehend. Brauner Schorf. Weiche Kruste.

Sackbrut

Virus (erblich bedingt, Königin wechseln)

Abgestorbene, sackförmige Maden mit wässrig-körnigem Inhalt verfärben sich bräunlich und schrumpfen zu gondelartigen Gebilden ein.

Abgestorbene sackförmige Maden lassen sich mit der Pinzette unversehrt aus den Zellen herausnehmen (Köpfe zeigen nach oben)

 

Kalkbrut

Schimmelpilz (Faktorenkrankheit:
Standort, zu schwach)

Lückenhafte Brutfläche mit verpilzten Maden

Abgestorbene Maden bilden verhärtete Mumien, weißbräunlich bis grau-schwarz, leicht herausnehmbar.

 

Steinbrut
Schimmelpilz

Lückenhafte Brutfläche mit verpilzten Maden

Steinharte Mumien,  grau bis grün, liegen fest in der Zelle. Pilz auf den Menschen übertragbar.

andere Anomalien der Brut
Rikettsien, Viren u.a.

A) offene Brut: gelbliche oft aufgedunsene Rundmaden. Grau-glasige Maden mit gut sichtbarem Atemsystem

B) gedeckelte Brut: leicht eingefallene Zelldeckel. Puppen mit grau-bräunlicher Haut, füllen Zellen nicht ganz aus.

 

Abgestorbene Brut, unruhiges Herumlaufen der Bienen auf den Waben, Brutwaben schwach besetzt

Krankheit

Zeitpunkt des Ausbruchs

Krankheitserscheinung

Besonderheiten

Diagnose

Milbenseuche
Tracheenmilbe
anzeigepflichtige
Tierseuche

 

Reinigungsflug und folgende Flugtage, i.d.R. bis Ende März, aber auch nach Schlechtwetterperioden

 

Schwacher bis starker Totenfall: Flugunfähige Bienen (Krabbler und Hüpfer). Dahinschwinden der Völker; bei schwachen Befall keine Erscheinungen.

Auslaufen der Völker

Starke Unruhe
Koten im Stock

 

Bei frischen Leichenfall oder Krabblerbienen fallen Flügel samt Wurzel aus oder lassen sich leicht herausziehen.

 

Mikroskopisch:  Nachweis der Milben in den Hauptstämmen des 1. Brusttracheenpaares

Nosemaseuche
Sporentierchen
Darmparasit

 

Nach Schlechtwetterperiode im April/Mai als Mischinfektion (Nosema und Amöbe)

 

Braune bis gelbe Kotflecken auf Flugbrett und Waben

Der mit dem letzten Hinterleibsring leicht ausziehbare Mitteldarm kann bei stark befallenen frischen Bienen porzellanweiß verfärbt sein.

 

Mikroskopisch: Nachweis der Sporen im Darm oder in den Kotflecken

Amöbenkrankheit

Amöbe

 

Frühjahr (April/Mai)

 

 

 

Rickettsiose
Rickettsie

Ende März/April bis September, Hauptmonat Mai

 

Das Bienenblut ist milchig-weiß verfärbt

Mikroskopisch: Nachweis der Rickettsien in der Hämolymphe

Bakterielle Septikämie
Bakterien (12 pathogene Erreger bekannt)

 

Februar bis September
Hauptmonate April/Mai

 

Bei frischen Leichenfall oder Krabblerbienen ist Hämolymphe weißlich bis bräunlich trübe, rascher Zerfall der Bienen nach dem Absterben

Mikroskopisch: Nachweis der Erreger in der Hämolymphe

Erkankung

Krankheitserscheinungen

Diagnose

Varroatose
Varroamilbe

Befall ist flächendeckend vorhanden. Krankheitserscheinungen treten erst in fortgeschrittenem Befalllsstadium auf, am häufigsten in der 2. Jahreshälfte: verkrüppelte Jungbienen, plötzlicher Bienenschwund, Räuberei und mangelhafte Brutpflege sind Zeichen beginnenden Zusammenbruchs.

 

Kontrolle des natürlichen Milbenbefalls mittels Bodeneinlage, bedarfsweise diagnostische Behandlung mit zugelassenen Mitteln

 

Krankheiten bzw. Vergiftungen

Ursachen

Zeit des Auftretens

Symptome

Besonderheiten

Diagnose

Ruhr

Ungeeignetes, verdorbenes Winterfutter. Störung der Winterruhe

Februar bis März, mitunter auch später

Braune bis dunkelbraune übelriechende Kotflecken auf dem Flugbrett und im Kasten. Schwacher bis starker Totenfall, flugunfähige Bienen.

Bei gleichzeitigem Nosemabefall milchigweiße Kotflecken.

Starkes Koten im Stock

Maikrankheit

Ernährungsstörung, Wassermangel

Mai nach Schlecht-wetterperiode

Flugunfähige, zitternde meist junge Bienen

Prall aufgetriebener Hinterleib.

Bei Druck auf Hinterleib tritt Kot dick und wurstförmig aus

Trachtvergiftung, Vergiftung durch chem. Mittel, Insektizide

U.a. giftiger Pollen, bienengefährliche Fraß– und Kontaktgifte

April bis September

Schwacher bis starker u.U. plötzlicher Totenfall, flugunfähige Bienen, Lähmungserscheinungen

Flügelschwirrende, kreisende Bienen auf Flugbrett und vor Stand, Lähmungserscheinungen

Giftnachweis durch Untersuchung von mind. 1000 Bienen

Schwarzsucht

Trachtbedingt oder Virus

Mai -September besonders während Waldtracht

Schwacher bis starker Totenfall, flugunfähige Bienen, Lähmungserscheinungen

Haarverlust zuerst am Hinterleib, dann auch an Brust und Körper

Schwarzglänzende, haarlose, kleiner wirkende  Bienen

Erkrankungen der Brut

Erkrankungen der Brut und der erwachsenen Biene

Erkrankungen der erwachsenen Biene

Nicht infektiöse Erkrankungen der erwachsenen Biene: